Schüler*innenmitbestimmung bei G8/G9-Debatte

Seitdem die Elterninitiative „G9 Jetzt! Saarland“ ein Volksbegehren für die
Widereinführung von G9 (also 13 Schuljahren bis zum Abitur) gestartet hat, ist
die Debatte wieder voll entbrannt. Bündnis 90/Die Grünen Saar haben sich in
einer Resolution auf dem Landesparteitag vom 12. November 2017 der Forderung der
Elterninitiative nach der Widereinführung von G9 an saarländischen Gymnasien
angeschlossen und wollen die neu entstehenden G9-Gymnasien parallel zu G8-
Gymnasien betreiben.

Wir als GRÜNE JUGEND SAAR halten diese Debatte und die Resolution von Bündnis
90/Die Grünen Saar für nicht zielführend. Durch neue G9-Gymnasien neben G8-
Gymnasien und Gemeinschaftsschulen wird das saarländische Schulangebot weiter
zerfasert, es erfolgt eine weitere Differenzierung im oberen Leistungsbereich.

Wir brauchen einen Prozess, der Schüler*innen wirklich etwas bringt und sie in
die Debatte miteinbezieht. Dafür reicht es nicht, Menschen zur Teilnahme an
einem Volksbegehren aufzurufen, an dem sowieso nur volljährige Personen
teilnehmen dürfen. Schüler*innen müssen dazu befragt werden, was sie sich von
einer guten Schule erhoffen.

 

An Bildung darf nicht gespart werden. Ob G8 oder G9 spielt da keine Rolle. Das
Ziel der Elterninitiative „G9 Jetzt! Saarland“, die Umstellung von G8 auf G9
ohne zusätzlich anfallende Kosten zu bewerkstelligen, lehnen wir deswegen strikt
ab.

Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, nicht einseitig auf das Drängen
einer Elterninitiative zu reagieren, sondern das gesamte System in den Blick zu
nehmen. Die Landesregierung muss Schwachstellen analysieren und Entscheidungen
treffen, die das gesamte System entlasten. Dabei sollen Schüler*innen,
Lehrer*innen und Eltern miteinbezogen werden. Ein mögliches Ergebnis könnte G9
an Gymnasien sein, muss es aber nicht!

 

Dieser Antrag wurde beschlossen am 09.12.2017.

 

Stärkung des sozialen Miteinanders an Schulen

Die schulischen Belastungen von Schülerinnen und Schülern aller Schulformen sind
hoch. Lehrpläne mit vielen Unterrichtsinhalten müssen in kurzer Zeit erfüllt
werden. Dadurch ist kaum mehr Zeit vorhanden, um sich mit Lehrer/-innen über
soziale Probleme auszutauschen und diese gemeinsam lösen zu können. Und gerade
das ist dringend nötig. Die soziale Kälte unter den Schülerinnen und Schülern
scheint zuzunehmen, Ausgrenzung und Mobbing sind in vielen Klassen an der
Tagesordnung. Die Klassenleiterstunde an Gemeinschaftsschulen und die
Zusatzstunde für das Fach des/der Klassenlehrers/-lehrerin an Gymnasien (nur in
der Klassenstufe 5!!), die für solche Anliegen genutzt werden können, reichen
dafür bei weitem nicht aus.

Schulworker*innen sind in allen Schulen des Saarlandes eingesetzt, mit der
Aufgabe sich dem sozialen Miteinander anzunehmen.

Im Landkreis Merzig-Wadern sind es aber gerade einmal 8 Schoolworker*innenstellen für
alle Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Förderschulen, deren
Stunden unterschiedlich auf die Schulen aufgeteilt sind. Eindeutig zu wenig, um
soziale Kompetenzen dauerhaft aufzubauen und zu festigen.

Deshalb fordern wir das soziale Miteinander in Schulen zu stärken durch mehr
Klassenleiter*innenstunden und die Erhöhung der Einsatzstunden von Schoolworker*innen an
allen Schulformen.

 

Dieser Antrag wurde beschlossen am 09.12.2017.